„Wir sind die letzte Generation, die den Kurs Richtung Klippe noch ändern kann!“

Mit seiner Musik kämpft Rapper Lyriquent für soziale Gerechtigkeit – Damit seine Kinder in einer Welt aufwachsen können, in der mehr Chancengleichheit herrscht.

Seine Tracks handeln von Solidarität, kritisieren auf stilistisch eindrucksvolle Weise die Weltwirtschaft und erzählen eine Geschichte von denjenigen Mitgliedern unserer Gesellschaft, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt kamen.
Zu Besuch in Bremen, treffe ich den Rapper Lyriquent ganz persönlich, um mit ihm über seine Texte und sein politisches Engagement zu sprechen.

Schnell wird klar: Der 23-jährige Psychologieabsolvent weiß wovon er spricht.  Zwei sehr bodenständige Jobs als Kellner und Lebensmittellieferant finanzieren sein Leben in der Bremer Vorstadt. Wie in den meisten deutschen Städten sind auch hier Verdrängung und wuchernde Mietpreise sehr präsente Themen, die auch ihn in seiner Musik beschäftigen.
Als Jugendlicher mit Migrationshintergrund wächst Leo alias Lyriquent in Ostdeutschland auf, seine Tracks erzählen von seinen Erfahrungen mit ständigen Polizeikontrollen und mangelnder Chancengleichheit. Ich frage nach und merke: Während er davon berichtet, halten sich Liebe zu seiner Heimat und Wut über seine Außenseiterstellung dort merklich die Waage.

Ganzes Interview:

So werden unsere Themen schnell ernster. Leo erzählt von seinem politischen Werdegang in der linken Szene. Soziale Gerechtigkeit ist ein Stichwort, das dabei häufig fällt.
Mich beeindruckt vor allem Leos weit gefächertes Interesse. Auf meine Fragen hin, identifiziert er absolut prägnant die Probleme, die aus mangelnder Chancengleichheit überall auf der Welt resultieren. Sein Statement ist klar: Daran will ich etwas ändern!

Es wird deutlich, wie intensiv Leo sich auch im Alltag mit den Themen seiner Musik auseinandersetzt.
Sein Engagement beschränkt sich aber nicht auf seine eigene Nachbarschaft. Schon vor Jahren zog es Leo zum ersten Mal nach Palästina, eine der konfliktbelastetsten Regionen der Welt, wo er viele soziale Kontakte knüpfte. Seither kehrt er jedes Jahr dorthin zurück, um an politischen Aktionen teilzunehmen.

Mit seiner gefestigten politischen Meinung und seinen starken Statements, macht Leo sich aber nicht nur Freunde. Gerade in den sozialen Medien ist er mit Hasskommentaren und der Wut seiner politischen Gegenredner konfrontiert. Auch ich gebe bei unserem Gespräch zu bedenken, dass man viele globale Konflikte kaum einseitig betrachten kann, doch Leo macht deutlich, dass er für sachliche und inhaltliche Diskussionen immer offen ist und sich gerne auch mit politisch Andersdenkenden auseinandersetzt.
Für ihn kommt es nicht in Frage, seinen Kampf für soziale Gerechtigkeit ruhen zu lassen, nur um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

Mein Fazit: Leo ist ein Mensch mit einer sehr gefestigten politischen Meinung, der aber auch gute Argumente hat. Seine politischen Statements manifestieren sich in seiner Musik, mit der er nachdrücklich und pointiert auf die sozialen Missstände in unserer Gesellschaft hinweist. Engagement für soziale Gerechtigkeit, die sich auch noch verdammt gut anhört!

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